Sonntag, 30. September 2007

Wir sind Helden


Ich liebe es, neue Fernsehserien zu entdecken und eine meiner Neuentdeckungen ist Heroes. Die Beschreibung las sich zunächst völlig ordinär und nicht gerade wie etwas, das mich interessieren könnte. Ein Auswahl an Menschen überall auf der Erde entwickeln Superkräfte, die sie fliegen, Blei in Gold verwandeln, unsterblich werden und unzählige andere Dinge machen lassen können. So weit so langweilig, doch als ich die erste Folge sah, war ich fasziniert. Nicht so sehr das Sujet als vielmehr die Vielschichtigkeit der Charaktere, die erstaunlicherweise nicht unter der Fülle an Figuren nicht leidet, lies mich auch den Rest der ersten Staffel schauen. Dabei wird die erste Staffel von einem übergeordneten Storybogen überspannt, der als Hintergrund und Spannungsmoment von der ersten bis zur letzten Folge dient. Und das ist gut, denn die Serie hat etwa zehn Hauptdarsteller und noch mehr Nebendarsteller, die jedoch das gleiche Schicksal - nämlich das der Superkräfte - teilen. Alle diese Heroes kommen miteinander in Kontakt und beeinflussen letztlich den Ausgang der Staffel.
Die zweite Staffel lief kürzlich wieder auf NBC an und auch das deutsche Fernsehen (RTL II) strahlt inzwischen die erste Staffel aus.

Save the cheerleader - save the world!

Tintentrilogie

Mit wenig Begeisterung hielt ich vorgestern den dritten Teil der Tintenherz-Trilogie von Cornelia Funke in der Hand. Erstens habe ich im Moment wenig Zeit einen solchen Wälzer in der ihm gebührenden Ausführlichkeit zu lesen, und zweitens konnte ich mich kaum noch an die ersten Teile erinnern, da mich die Harry-Potter-Euphorie diesen Sommer gepackt hatte. Also schmökerte ich über die ersten Seiten, vertiefte mich in die Geschichte und versuchte mich an die Namen und Hintergründe der mir inzwischen so fremden Charaktere zu erinnern und je tiefer ich in dieses Buch eindrang, je mehr Seiten ich umblätterte, desto vertrauter wurden mir der Eichelhäher und seine schöne Tochter Meggie, seine Frau Resa, Farid, der Schwarze Prinz, der Starke Mann und wie sie alle heißen.
Ich liebe metafiktionale Geschichten, Geschichten über die Macht von Büchern, und genau so eine ist die Tintentrilogie. Dichter, Buchbinder und Vorleser entscheiden über Wohl und Wehe der Bewohner des Tintenherzes, doch sie begnügen sich nicht damit, das Buch von außen zu betrachten, sondern reisen selbst in dieses und verändern seine Geschichte von innen. Cornelia Funke beschreibt die Welt mit vielen blumigen Metaphern und webt den Tintenteppich dicht, bis an die Grenze des Unerträglichen, deren Schwelle sie jedoch nie übertritt. Als Leser fühlt man sich in diese Geschichte hineingezogen, fasziniert und obwohl ich die Geschichte noch nicht zuende gelesen habe, spüre ich doch deutlich den finalen Showdown kommen.

Das Buch ist also unbedingt empfehlenswert, nicht nur als Lese- sondern besonders auch als Vorlesebuch.

Andere metafiktionale Geschichten, die ich liebe, sind die Bücher von Jasper Fforde über Thursday Next, Der Schatten des Windes von Carlos Luis Zafon, Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier und Das Papierhaus von Carlos Maria Dominguez.

Lang lang ist's her ...

... dass ich hier was schrieb, aber nun tue ich es doch mal wieder. Seit etwa einem Jahr beschäftige ich mich mit der Buchbinderei. Seitdem habe ich nicht wirklich viele Bücher gebunden, aber dieses Wochenende habe ich mich mal wieder dran gemacht, ein nicht ganz alltägliches Paperblank zu basteln. Nachdem ich die Aquarellpapierseiten zurecht geschnitten, gefalzt und mit Fadenheftung genäht hatte, gestaltete ich den Einband mit einem weißen Bananenpapier. Das wunderbare Buch Buchbinden von Shereen LaPlantz half mir übrigens dabei. Das Paperblank werde ich als Grimoire für meinen Nephilim-Charakter verwenden, um dem ganzen eine etwas authentischere Note zu geben.