Sonntag, 30. September 2007

Tintentrilogie

Mit wenig Begeisterung hielt ich vorgestern den dritten Teil der Tintenherz-Trilogie von Cornelia Funke in der Hand. Erstens habe ich im Moment wenig Zeit einen solchen Wälzer in der ihm gebührenden Ausführlichkeit zu lesen, und zweitens konnte ich mich kaum noch an die ersten Teile erinnern, da mich die Harry-Potter-Euphorie diesen Sommer gepackt hatte. Also schmökerte ich über die ersten Seiten, vertiefte mich in die Geschichte und versuchte mich an die Namen und Hintergründe der mir inzwischen so fremden Charaktere zu erinnern und je tiefer ich in dieses Buch eindrang, je mehr Seiten ich umblätterte, desto vertrauter wurden mir der Eichelhäher und seine schöne Tochter Meggie, seine Frau Resa, Farid, der Schwarze Prinz, der Starke Mann und wie sie alle heißen.
Ich liebe metafiktionale Geschichten, Geschichten über die Macht von Büchern, und genau so eine ist die Tintentrilogie. Dichter, Buchbinder und Vorleser entscheiden über Wohl und Wehe der Bewohner des Tintenherzes, doch sie begnügen sich nicht damit, das Buch von außen zu betrachten, sondern reisen selbst in dieses und verändern seine Geschichte von innen. Cornelia Funke beschreibt die Welt mit vielen blumigen Metaphern und webt den Tintenteppich dicht, bis an die Grenze des Unerträglichen, deren Schwelle sie jedoch nie übertritt. Als Leser fühlt man sich in diese Geschichte hineingezogen, fasziniert und obwohl ich die Geschichte noch nicht zuende gelesen habe, spüre ich doch deutlich den finalen Showdown kommen.

Das Buch ist also unbedingt empfehlenswert, nicht nur als Lese- sondern besonders auch als Vorlesebuch.

Andere metafiktionale Geschichten, die ich liebe, sind die Bücher von Jasper Fforde über Thursday Next, Der Schatten des Windes von Carlos Luis Zafon, Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier und Das Papierhaus von Carlos Maria Dominguez.

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